12. September 2025

FAQ zur Parkraumbewirtschaftung in der Bahnstadt

Seit Juli 2025 ist die Parkraumbewirtschaftung auf alle öffentlichen Stellflächen der Bahnstadt ausgeweitet – mit 34 Parkscheinautomaten. Wie die Bürger*innen im Vorfeld eingebunden wurden und wie das System funktioniert, erkläre ich im folgenden Beitrag.
12. September 2025

FAQ zur Parkraumbewirtschaftung in der Bahnstadt

Seit Juli 2025 ist die Parkraumbewirtschaftung auf alle öffentlichen Stellflächen der Bahnstadt ausgeweitet – mit 34 Parkscheinautomaten. Wie die Bürger*innen im Vorfeld eingebunden wurden und wie das System funktioniert, erkläre ich im folgenden Beitrag.

Inhalt dieses Beitrags

1. Warum wurde das System eingeführt?

Die Bahnstadt ist von Beginn an als autoarmer Stadtteil geplant worden – diese Idee wurde im Rahmenplan von 2007 und seiner Fortschreibung 2022 dokumentiert. Ziel war:

  • Langzeitparken auf privaten Stellplätzen

  • Öffentlicher Raum für Kurzzeitparken und Besucher

Diese Zielsetzung wurde mit Gemeinderatsbeschlüssen am 21.11.2013 und zuletzt am 15.11.2023 erneut bestätigt.

📄 Rahmenplan 2007 (PDF)
📄 Fortschreibung 2022 (PDF)

 

2. Wie funktioniert das neue System?

Seit Juli 2025 ist die Parkraumbewirtschaftung auf alle öffentlichen Stellflächen der Bahnstadt ausgeweitet – mit 34 Parkscheinautomaten.
Zahlung ist bar oder digital möglich (z. B. über Parkster, EasyPark, Mobilet etc.).

📋 Übersicht der Parkregelung:

  • Brötchentaste: 20 Min kostenlos (am Automaten, einmal täglich)

  • 1 € je 20 Min, max. 2 Stunden

  • 24-Stunden-Ticket: ca. 15–21 €

  • Monatsticket (digital): 150 € + Servicegebühr je nach Anbieter

📲 Monatstickets über:
www.smartparking.de → Anbieter wie Parkster (0,50 € Gebühr), EasyPark (15 €), Mobilet (3 €)

 

3. Warum gilt das System 24/7 – auch an Sonn- und Feiertagen?

Die Parkbewirtschaftung wurde bewusst durchgängig eingerichtet, um:

  • Dauerparken im öffentlichen Raum zu vermeiden

  • mehr Flächen für Kurzzeitnutzer*innen zu schaffen

  • klare Regelungen ohne Ausnahmen zu ermöglichen

Dies entspricht dem Konzept, den öffentlichen Raum effizient zu organisieren – unabhängig von Uhrzeit oder Wochentag.

 

4. Was wurde zur Bürgerbeteiligung unternommen?

Folgende Veranstaltungen fanden zur Information und Beteiligung statt:

🗓️ 25.10.2024: Bürgerveranstaltung im Bürgerhaus Bahnstadt
🗓️ 12.07.2024: Austausch mit Stadtteilverein und Vertreter*innen u. a. der Behinderten- und Kinderbeauftragten
🗓️ 27.09.2024: Beratung im Bezirksbeirat Bahnstadt
🗓️ 16.07.2025: Informationsrunde für Gewerbetreibende

➡️ Leider nahmen an der großen Infoveranstaltung im Bürgerhaus nur rund 50 Personen teil. Trotzdem sind viele Hinweise aus der Beteiligung in das Konzept eingeflossen.

 

5. Warum kein Bewohnerparken wie in anderen Stadtteilen?

Laut StVO ist Bewohnerparken nur zulässig bei hohem Parkdruck im öffentlichen Raum.
In der Bahnstadt sind laut Verwaltung genügend private Stellplätze und Parkhausangebote vorhanden (z. B. HCC, HIP, Parkhaus Europaplatz). Daher ist Bewohnerparken rechtlich aktuell nicht begründbar.

 

6. Gibt es Besucherkarten wie in der Weststadt?

Derzeit nicht möglich, weil Besucherkarten an das Bewohnerparken gebunden sind.
Ein Gemeinderatsbeschluss vom 15.11.2023 sieht eine Neuregelung für Besucherkarten vor, allerdings:

  • Max. 12 Karten pro Jahr

  • 5 € pro Karte

  • Nur in Stadtteilen mit Bewohnerparken gültig

📌 In der Bahnstadt gibt es derzeit keine Besucherkartenregelung. Ich unterstütze jedoch das Ziel, praktikable Lösungen für Gäste und Besuch zu entwickeln – z. B. digital, fair und rechtssicher.

 

7. Was tun, wenn man nur kurz halten muss?

  • Be- und Entladen ist laut Straßenverkehrsordnung erlaubt (z. B. Kinder abholen, Einkäufe absetzen)

  • Brötchentaste: 20 Min kostenlos (am Automaten)

  • Bis zu 2 Stunden Kurzzeitparken: minutengenau bezahlbar

 

8. Wie hoch sind die Parkgebühren – und warum?

Die Gebühren orientieren sich an den Preisen umliegender Parkhäuser und am Bußgeldkatalog:

  • Parken ohne Ticket: 20–40 € Bußgeld

  • Ziel: Parken ohne Ticket darf sich nicht „rechnen“

  • Monatsticket soll Dauerparken im Straßenraum unattraktiv machen

📌 Private Stellplätze kosten oft 100–125 €/Monat → Monatsticket liegt etwas darüber, um gezielt auf alternative Angebote zu lenken.

 

9. Wo kann ich alternativ parken?

Verfügbare Parkhäuser:

  • HIP-Parkhaus

  • HCC (Konferenzzentrum)

  • Parkhaus Europaplatz

  • Skyhub (größtes Parkhaus Heidelbergs, im Bau)

🔗 Freie Plätze auf parken.heidelberg.de

 

10. Was ist mit den Standorten der Automaten und Markierungen?

In der Bahnstadt gibt es besondere Herausforderungen:

  • Einheitliche Pflasterung in Park- und Fahrflächen

  • Kaum optische Trennung zwischen legalen und verbotenen Bereichen

  • In der Vergangenheit kam es daher oft zu Fehlverhalten

 

🔧 Die Stadt hat darauf reagiert:

  • Zusätzliche Poller, Fahrradständer und Haltverbotszonen

  • Markierungen werden ergänzt

  • Automatenstandorte wurden nach städtebaulichen und verkehrlichen Kriterien ausgewählt

 

11. Wird das System noch überprüft?

Ja – eine Evaluation ist geplant, u. a. mit:

  • Auslastungsdaten der Parkhäuser

  • Rückmeldungen aus Handel, Bezirksbeirat und Bürgerschaft

  • Beschwerden beim Gemeindevollzugsdienst

  • Praxistest mit Scan-Fahrzeug

  • Bewertung nach Inbetriebnahme des Skyhub

📌 Je nach Ergebnissen kann es zu Anpassungen bei Preisen, Dauer oder Angeboten kommen.

 

12. Was tun bei Problemen oder Härtefällen?

Wenn du betroffen bist (z. B. durch eingeschränkte Mobilität, besondere Familiensituationen oder berufliche Notwendigkeit), melde dich gern direkt bei mir. Ich sammele Rückmeldungen und bringe sie konstruktiv in die politischen Gremien ein.

 

13. Wir haben Kundschaft oder Klient*innen mit Auto – schreckt die Parkraumbewirtschaftung diese nicht ab?

Diese Sorge ist nachvollziehbar – besonders für kleinere Läden, Praxen oder Dienstleister.
Deshalb wurde bewusst Kurzzeitparken (bis 2 Stunden) möglich gemacht – minutengenau abrechenbar – sowie die Brötchentaste für kostenfreies Parken bis 20 Minuten eingeführt.

🟢 Ziel ist nicht, Besuch abzuschrecken, sondern den Parkplatzumlauf zu erhöhen – damit mehr Kund*innen überhaupt eine Chance haben, in der Nähe einen freien Platz zu finden.

Für wiederkehrende Kunden, Pflegekräfte, Handwerker oder Therapiebesuche sind auch die 24h-Tickets oder Monatstickets über die Park-Apps eine mögliche Lösung.

 

14. Gibt es Sonderregelungen oder Erleichterungen für Geschäfte, Praxen oder Betriebe?

Aktuell gelten die gleichen Parkbedingungen wie für alle. Allerdings hat die Stadtverwaltung im Rahmen der Beteiligung mit dem örtlichen Gewerbe (z. B. beim Termin am 16.07.2025) Rückmeldungen aufgenommen – etwa zu Lieferzonen, Ladezeiten und Parkbedarfen für wechselnde Kunden.

🛠️ Diese Hinweise fließen in die laufende Evaluation ein. Falls sich zeigt, dass einzelne Branchen besonders betroffen sind, können gezielte Anpassungen oder Sonderlösungen für Gewerbe geprüft werden.

📩 Wenn Sie konkreten Bedarf haben (z. B. für tägliche Anlieferung, Pflegeeinsätze oder häufige Kundenbesuche mit Auto): bitte melden Sie sich – ich nehme solche Anliegen ernst.

📩 Kontakt: graedler@gruene-fraktion-heidelberg.de

 

Weitere Informationen

 

Letzter Hinweis: Ich bin jederzeit offen für sachlichen Austausch. Die Parkraumbewirtschaftung ist kein starres Konzept – sondern kann sich durch konkrete Erfahrungen, Rückmeldungen und lokale Bedürfnisse weiterentwickeln.

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