19. Oktober 2022

20 Jahre halle02

gekommen, um zu bleiben!

20 Jahre halle02

gekommen, um zu bleiben!

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Als die halle02 im April 2002 als Identifikationsort für Gegenwartskultur im völligen Heidelberger Off seine Pforten für zeitgenössische Kunst und Musik öffnete, glaubte niemand so recht daran, dass das atelier kontrast-Projekt länger als ein bis zwei Jahre dauern würde, noch nicht einmal die Gründer selbst. 

Ursprünglich als temporäres Projekt ausgelegt, sollte die Halle sich jedoch über die Jahre als eine der renommiertesten Livemusik-Spielstätten Deutschlands etablieren. Widmete sich das atelier kontrast anfangs hauptsächlich der internationalen Graffiti-Szene und deren Inszenierung im musealen Raum und buchte dazu junge aufstrebende Techno-Acts aus nah und fern, gewannen Live-Konzerte immer mehr an Bedeutung. 

Schaut man sich heute den Tourplan renommierter Bands an, so steht auch meist neben dem Schlachthof in Wiesbaden oder der Muffathalle in München die Heidelberger halle02 auf dem Kalender. Neben den Toten Hosen standen bereits Künstler:innen wie Clueso, Joy Denalane, Namika, Bausa, Jan Delay, New Model Army, Kraftklub, Bosse, Mine, Afrika Bambaataa, Wallis Bird, AnnenMayKantereit, Judith Holofernes, Max Mutzke, Reamonn, Wanda, Tocotronic, Morcheeba oder Robin Schulz auf der großen Bühne der halle02. Und  Von Wegen Lisbeth kommen am 22. Oktober schon wieder – bereits ausverkauft!

Neben Live-Konzerten schuf sich die halle02 vor allem im elektronischen Bereich eine Nische und buchte früh Protagonist:innen der internationalen Avantgarde: wie etwa Dominik Eulberg, Stephan Bodzin, Ben Klock, Marusha, SHDW & Obscure Shape – Acts, die heutzutage in New York oder Tokyo Tausende von Raver:innen mit ihren DJ- und Live-Sets zum Tanzen und Schwitzen bringen. 

Der ehemalige Kulturbürgermeister Dr. Gerner bezeichnete die halle02 einmal als Ort mit Pfadfinder-Funktion. Als einen Ort, an dem Dinge ausprobiert werden können, an dem sich Leute ausprobieren, an dem Interaktion stattfindet, ganz real und ohne Vorbehalte. 

2.797.348 Besucher:innen, 5.252 Veranstaltungen (davon 1.093 Konzerte) mit 15.756 Künstler:innen, 230 jungen Menschen zu einer beruflichen Orientierung oder einem Abschluss verholfen, 5,1 Millionen Bierflaschen und unzählige (un)vergessene Momente. Außerdem haben wir über 4 Millionen Euro in Gagen für Künstler:innen investiert und Aufträge in Höhe von 29.190.560  € Euro an vor allem regionale Dienstleister vergeben.

Ganz ohne Zweifel hat die halle02 gerade für die kreative Szene in Heidelberg seit ihrem Bestehen wichtige Impulse gesetzt:

Neben spannenden Ausstellungen, legendären Konzerten und epischen Raves hatte die halle02 in ihrer bewegten und bewegenden Vergangenheit des öfteren die (unfreiwillige) Gelegenheit, ihre Resilienz im Rahmen zahlreicher besonderer Herausforderungen zu entwickeln: Dachschaden, Gentrifizierungsgedanken des Gemeinderates im Zuge der Bahnstadtentwicklung mit anschließender Sanierung samt Bauverzögerung während des laufenden Betriebes, Brandschaden und nicht zuletzt die Corona-Pandemie mit all ihren mannigfaltigen Wendungen für die gesamte Kultur- und Veranstaltungsbranche (die Branche hat Long Covid!). Deshalb wird es dem Team um die halle02 mit ihren fast 100 Mitarbeiter:innen bestimmt nicht langweilig in Sachen Krisenbewältigung: Denn Energiekrise und Rezession stehen vor der Tür. Zum Glück sind wir gut aufgestellt – durch Fernwärme, Wärmedämmung, energieeffiziente Sanierung und eben den gemeisterten Erfahrungen in unserer 20-jährigen Geschichte.

Nach diesem Blick in den historischen Rückspiegel sollen Gegenwart und nahe Zukunft jedoch nicht zu kurz kommen. Mit viel versprechenden Newcomer:innen wie Alicia Hahn und Mona Yim, Liebhaber-Acts wie HVOB und Digitalism und welttourenden Superstars wie Brennan Heart, Kollektiv Turmstrasse und Fritz Kalkbrenner freuen wir uns auf ein spannendes und vielseitiges Jubiläumsprogramm und starten guten Mutes in die neue Clubsaison.

Ab Mitte November lassen wir übrigens auch unser neuestes Kind, die Kleine Weihnacht, von der Leine: Wir beleben den bereits im Sommer gerne genutzten Outdoorspace „Kleine Freiheit“ mit Musik, Kunsthandwerk- und Kleinkunst- und Essensständen. Hat hier jemand Glühwein-Rave gesagt?

 

In diesem Sinne –

Prost! Helau! Und Doppelwumms! 

 

eure halle02

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