Konzertvenues machen Städte lebenswerter – 42 % der Bevölkerung wollen sie sogar über Steuern sichern
🎶 Konzertstätten als Standortfaktor
Laut der repräsentativen Studie aus Dänemark sind 42 % der Befragten bereit, höhere Steuern zu zahlen, um den Betrieb von Konzertstätten auf dem aktuellen Niveau zu sichern. Einer der meistgenannten Gründe: Konzertorte machen das eigene Wohnumfeld lebenswerter.
Das ist ein starkes Signal – nicht nur an uns Kulturschaffende, sondern vor allem an Stadtentwickler:innen und die Politik: Kulturelle Infrastruktur ist ein entscheidender Standortfaktor. Sie beeinflusst, wie Menschen ihre Kommune wahrnehmen und ob sie sich mit ihr identifizieren.
🏙️ Kultur schafft Bleibeperspektiven
Ob in Kopenhagen, Aarhus oder in kleineren Regionen – Menschen wollen dort leben, wo sie sich kulturell zu Hause fühlen. Konzertstätten spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie sind Orte der Begegnung, Kreativität und Teilhabe. Für viele bedeuten sie nicht nur Unterhaltung, sondern Gemeinschaft und lokale Identität.
Daher ist es kein Wunder, dass viele der Befragten sagen: Ich will hier leben – auch wegen der Konzerte, die hier stattfinden.
🧾 Was Kultur den Menschen wert ist
Die Studie ermittelt auch einen ideellen Wert, den Menschen Konzertstätten beimessen: im Schnitt 38 DKK (ca. 5 €) pro Monat und Person. Hochgerechnet entspricht das einem gesellschaftlichen Jahreswert von rund 280 Millionen Euro allein für Dänemark.
Am höchsten ist dieser Wert übrigens bei den 41–45-Jährigen – genau die Altersgruppe, die in Familien- und Berufswelten tief verankert ist. Sie sagen: Kultur ist nicht Luxus, sondern Teil unserer Lebensqualität.
👥 Alle Generationen profitieren
Während junge Erwachsene (18–24 Jahre) überdurchschnittlich häufig Konzerte besuchen, zeigt die Studie auch: Das Interesse an Live-Kultur bleibt bis ins hohe Alter stabil. Selbst Menschen über 60 kehren nach Corona wieder vermehrt in Clubs und Konzerthäuser zurück.
Das unterstreicht: Kulturpolitik ist keine Politik für Minderheiten, sondern für die gesamte Gesellschaft.
🟢 Was wir daraus lernen müssen
Als grüner Stadtrat und Clubbetreiber sehe ich die Botschaft dieser Studie ganz klar: Kommunen, die in kulturelle Infrastruktur investieren, gewinnen an Attraktivität, Zusammenhalt und Lebensqualität.
Das betrifft nicht nur Großstädte, sondern auch ländliche Räume, in denen ein Konzertabend ein ganzes Wochenende beleben kann – ökonomisch wie sozial. Wo Kultur ist, bleiben Menschen. Und wo sie fehlt, ziehen sie weg.
📣 Fazit: Kultur sichert die Zukunft unserer Städte
Wenn wir wollen, dass unsere Städte und Gemeinden zukunftsfähig, nachhaltig und lebenswert bleiben, müssen wir Kultur als Infrastruktur verstehen – genauso wichtig wie öffentlicher Nahverkehr, Bildung oder Grünflächen.
Die dänische Studie zeigt: Menschen sind bereit, Kultur mitzutragen – sogar finanziell. Jetzt ist es an uns, ihnen dieses Vertrauen mit politischem Mut und langfristiger Förderung zu beantworten.
Quellenhinweis:
Daten aus der „Befolkningsundersøgelse 2025“, durchgeführt im Auftrag von Dansk Live & Dansk Erhverv.