25. Juni 2025

Studie zu Livemusik in Dänemark

Wie schaffen wir lebenswerte Städte, die Menschen nicht nur durch Arbeit, sondern durch Gemeinschaft, Kultur und Vielfalt anziehen? Eine neue dänische Bevölkerungsstudie liefert dazu eine deutliche Antwort: Kulturorte – insbesondere Konzertstätten – steigern die Attraktivität von Kommunen. Und die Bevölkerung weiß das ganz genau.
25. Juni 2025

Studie zu Livemusik in Dänemark

Wie schaffen wir lebenswerte Städte, die Menschen nicht nur durch Arbeit, sondern durch Gemeinschaft, Kultur und Vielfalt anziehen? Eine neue dänische Bevölkerungsstudie liefert dazu eine deutliche Antwort: Kulturorte – insbesondere Konzertstätten – steigern die Attraktivität von Kommunen. Und die Bevölkerung weiß das ganz genau.

Inhalt dieses Beitrags

Konzertvenues machen Städte lebenswerter – 42 % der Bevölkerung wollen sie sogar über Steuern sichern

 

🎶 Konzertstätten als Standortfaktor

Laut der repräsentativen Studie aus Dänemark sind 42 % der Befragten bereit, höhere Steuern zu zahlen, um den Betrieb von Konzertstätten auf dem aktuellen Niveau zu sichern. Einer der meistgenannten Gründe: Konzertorte machen das eigene Wohnumfeld lebenswerter.

Das ist ein starkes Signal – nicht nur an uns Kulturschaffende, sondern vor allem an Stadtentwickler:innen und die Politik: Kulturelle Infrastruktur ist ein entscheidender Standortfaktor. Sie beeinflusst, wie Menschen ihre Kommune wahrnehmen und ob sie sich mit ihr identifizieren.

 

🏙️ Kultur schafft Bleibeperspektiven

Ob in Kopenhagen, Aarhus oder in kleineren Regionen – Menschen wollen dort leben, wo sie sich kulturell zu Hause fühlen. Konzertstätten spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie sind Orte der Begegnung, Kreativität und Teilhabe. Für viele bedeuten sie nicht nur Unterhaltung, sondern Gemeinschaft und lokale Identität.

Daher ist es kein Wunder, dass viele der Befragten sagen: Ich will hier leben – auch wegen der Konzerte, die hier stattfinden.

 

🧾 Was Kultur den Menschen wert ist

Die Studie ermittelt auch einen ideellen Wert, den Menschen Konzertstätten beimessen: im Schnitt 38 DKK (ca. 5 €) pro Monat und Person. Hochgerechnet entspricht das einem gesellschaftlichen Jahreswert von rund 280 Millionen Euro allein für Dänemark.

Am höchsten ist dieser Wert übrigens bei den 41–45-Jährigen – genau die Altersgruppe, die in Familien- und Berufswelten tief verankert ist. Sie sagen: Kultur ist nicht Luxus, sondern Teil unserer Lebensqualität.

 

👥 Alle Generationen profitieren

Während junge Erwachsene (18–24 Jahre) überdurchschnittlich häufig Konzerte besuchen, zeigt die Studie auch: Das Interesse an Live-Kultur bleibt bis ins hohe Alter stabil. Selbst Menschen über 60 kehren nach Corona wieder vermehrt in Clubs und Konzerthäuser zurück.

Das unterstreicht: Kulturpolitik ist keine Politik für Minderheiten, sondern für die gesamte Gesellschaft.

 

🟢 Was wir daraus lernen müssen

Als grüner Stadtrat und Clubbetreiber sehe ich die Botschaft dieser Studie ganz klar: Kommunen, die in kulturelle Infrastruktur investieren, gewinnen an Attraktivität, Zusammenhalt und Lebensqualität.

Das betrifft nicht nur Großstädte, sondern auch ländliche Räume, in denen ein Konzertabend ein ganzes Wochenende beleben kann – ökonomisch wie sozial. Wo Kultur ist, bleiben Menschen. Und wo sie fehlt, ziehen sie weg.

 

📣 Fazit: Kultur sichert die Zukunft unserer Städte

Wenn wir wollen, dass unsere Städte und Gemeinden zukunftsfähig, nachhaltig und lebenswert bleiben, müssen wir Kultur als Infrastruktur verstehen – genauso wichtig wie öffentlicher Nahverkehr, Bildung oder Grünflächen.

Die dänische Studie zeigt: Menschen sind bereit, Kultur mitzutragen – sogar finanziell. Jetzt ist es an uns, ihnen dieses Vertrauen mit politischem Mut und langfristiger Förderung zu beantworten.

 

Quellenhinweis:
Daten aus der „Befolkningsundersøgelse 2025“, durchgeführt im Auftrag von Dansk Live & Dansk Erhverv.

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