21. Dezember 2023

Faire und transparente Kitaplatz Vergabe durch Digitalisierung auch in Heidelberg?

Status Quo: Man kann sein Kind für einen Krippen- oder Kitaplatz vormerken lassen. Wieso dann nicht gleich eine Plattform auf der man die verschiedenen Kitas vergleichen, sich bewerben, einen Platz nach transparenten Kriterien zuteilen und die Kommunikation mit den Eltern machen kann?
21. Dezember 2023

Faire und transparente Kitaplatz Vergabe durch Digitalisierung auch in Heidelberg?

Status Quo: Man kann sein Kind für einen Krippen- oder Kitaplatz vormerken lassen. Wieso dann nicht gleich eine Plattform auf der man die verschiedenen Kitas vergleichen, sich bewerben, einen Platz nach transparenten Kriterien zuteilen und die Kommunikation mit den Eltern machen kann?
Faire und transparente Kitaplatz Vergabe durch Digitalisierung auch in Heidelberg?

Inhalt dieses Beitrags

Einen Kitaplatz in Heidelberg? Ich will gar nicht behauptet, die Digitalisierung würde alleine alle Probleme lösen:

Transparenz beim Prozess und Kriterien sind entscheidend für faire Platzvergabe

eine Studie der Bertelsmann Stiftung kommt zum Ergebnis:

„Kita-Plätze mit Hilfe von Algorithmen zu vergeben, spart sowohl Eltern als auch Kita-Leitungen viel Zeit und Mühe. Die Planungsunsicherheit und emotionale Belastung, die oft mit der Suche einhergehen, lassen sich auf diese Weise ebenfalls verringern“, führt Julia Gundlach aus.

Denn auf Basis eines vorab definierten Katalogs von Vergabekriterien und der elterlichen Angaben zu Wunsch-Kitas unterstützt die Software bei der Abstimmung, welche Kita welchen Eltern einen Platz anbieten sollte.

Mehr Chancengerechtigkeit entsteht , wenn ein Kind, das laut Vergabekriterien vorrangig einen Platz bekommen sollte, diesen auch erhält. Vor allem Kinder aus benachteiligten Familien könnten davon profitieren, da die Anmeldeverfahren für ihre Eltern oft eine große Hürde sind. Deshalb ist es wichtig, dass der Kriterienkatalog unter Beteiligung der Kitas, ihrer Träger, Jugendämter und Eltern ausgehandelt und offen kommuniziert wird. Das erhöht die Transparenz, Überprüfbarkeit und letztlich auch die Akzeptanz von Zu- oder Absagen. „Algorithmen sorgen nicht automatisch für mehr Fairness. Die Empfehlungen einer Software sind nur so gerecht, wie die Kriterien, nach denen diese programmiert ist“, erläutert Gundlach.

Auch die Wirtschaftswoche hat es sich zum Thema gemacht, wie man mit der Hilfe von Software zu einem „Match“ zwischen Kita und Kind kommt und berichten über eine weitere Studie zu diesem Thema.

Sie kommen zum Ergebnis:

„Eine Verteilung der Kitaplätze allein nach Vergabekriterien wäre die fairste Lösung. Allerdings wollen Kitabetreiber trotz Algorithmus weiter bei der Platzvergabe mitentscheiden und eine gewisse Flexibilität im Einzelfall behalten.“

 

In Heidelberg sieht Digitalisierung aktuell so aus:

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das ist ein Screenshot der „Vormerkung“ – die letztlich leider keine weiteren Vorteile für die Eltern beinhaltet und auch keine verlässliche Platzvergabe regelt, auch wenn man positiv bemerken muss, dass fast alle Kitas in Heidelberg hier eingestellt sind.

In einer Zeit, in der die Digitalisierung fast alle Lebensbereiche durchdringt, ist mir nicht ganz verständnlich, wieso die Vergabe der  Kinderbetreuung nicht von den Vorteilen moderner Technologien profitierten soll.

Eine rein händische Vergabe ist sehr aufwendig, kommunikationsintensiv, intransparent sowohl für Eltern, die Kitas als auch die Stadtverwaltung. Wie wäre es deshalb mit folgender Idee:

Vereinfachung und Vereinheitlichung des Anmeldeverfahrens

Durch die Einführung eines digitalen Anmeldesystems für Kinderbetreuungsplätze wird der Anmeldeprozess für Eltern deutlich vereinfacht. Ein zentrales, benutzerfreundliches Online-Portal ermöglicht es, Wartelisten transparent zu gestalten und Eltern in Echtzeit über den Status ihrer Anmeldung zu informieren. Dies spart Zeit und verringert den bürokratischen Aufwand. Man könnte sogar auf diesem Portal eine Übersicht über alle Kitas der Stadt einstellen, wo sich die Familien informieren können.

Gerechte Platzverteilung

Digitale Systeme bieten die Möglichkeit, Algorithmen zu nutzen, die eine faire und bedarfsgerechte Verteilung der Betreuungsplätze gewährleisten. Durch die Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie Wohnortnähe, Geschwisterkinder in derselben Einrichtung oder besondere Betreuungsbedürfnisse kann eine ausgewogene und sozial gerechte Platzvergabe erfolgen.

 

Integration und Inklusion

Ein digitales Anmeldesystem kann so gestaltet werden, dass es barrierefrei und mehrsprachig ist, wodurch es allen Bevölkerungsgruppen zugänglich gemacht wird. Dies fördert die Integration und stellt sicher, dass auch Familien mit Migrationshintergrund oder besonderen Bedürfnissen einen leichteren Zugang zur Kinderbetreuung haben.

Datenschutz und Sicherheit

Ein zentrales Anliegen bei der Digitalisierung ist der Schutz der persönlichen Daten. Es ist wichtig, dass die Systeme den höchsten Sicherheits- und Datenschutzstandards entsprechen, um die Vertraulichkeit der Informationen der Familien zu gewährleisten.

Fazit

Die Digitalisierung der Platzvergabe in der Kinderbetreuung bietet zahlreiche Chancen für eine effizientere, gerechtere und umweltfreundlichere Stadt. Als grüner Stadtrat ist es mein Ziel, diese Technologien verantwortungsbewusst und zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger einzusetzen. Durch die Zusammenarbeit mit Experten, Eltern und Betreuungseinrichtungen können wir sicherstellen, dass unsere Kinderbetreuung nicht nur modern, sondern auch zugänglich, fair und nachhaltig ist.

Der Markt

Es ist jetzt auch nicht so, als müssten wir das selbst entwickeln, neu Erfinden oder uns mit vorhandener MsDos-Lookalike Oberfläche zufriedengeben. Wer sich mal anschauen möchte wie das aussieht:

Habt ihr Erfahrung mit einer der Anbietenden gemacht? oder habt ihr noch weitere? dann schreibt mir gerne!

 

P.S. Auch in Sachen Kommunikation zwischen Eltern und Kitas setzen viele Einrichtungen schon auf eine Digitale Lösung.

habt ihr hier vielleicht auch schon Erfahrungen?

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