22. Mai 2022

Fragezeit: Ausbau der E-Ladeinfrastruktur in Heidelberg

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger kaufen ein Elektroauto oder wollen eines kaufen. Sie stellen sich die Frage, ob auch ohne eine eigene Lademöglichkeit auf dem Grundstück in ihrer Umgebung eine Ladestation mit ausreichend Kapazitäten vorhanden ist. Das gesetzte Ziel von 150 Ladesäulen bis 2020 konnte nicht erreicht werden, nun sind es 2022 erst circa 150 Ladepunkte. Natürlich kann die Stadt selbst nicht den Ausbau der Ladeinfrastruktur bezahlen, sollte jedoch den Rahmen vorgeben und proaktiv eine Struktur für den Ausbau vorgeben. Insofern sollte das Ziel auch mit externen Partnern umgesetzt werden. Deshalb würde ich gerne den aktuellen Stand erfahren und habe folgende Fragen.

Fragezeit: Ausbau der E-Ladeinfrastruktur in Heidelberg

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger kaufen ein Elektroauto oder wollen eines kaufen. Sie stellen sich die Frage, ob auch ohne eine eigene Lademöglichkeit auf dem Grundstück in ihrer Umgebung eine Ladestation mit ausreichend Kapazitäten vorhanden ist. Das gesetzte Ziel von 150 Ladesäulen bis 2020 konnte nicht erreicht werden, nun sind es 2022 erst circa 150 Ladepunkte. Natürlich kann die Stadt selbst nicht den Ausbau der Ladeinfrastruktur bezahlen, sollte jedoch den Rahmen vorgeben und proaktiv eine Struktur für den Ausbau vorgeben. Insofern sollte das Ziel auch mit externen Partnern umgesetzt werden. Deshalb würde ich gerne den aktuellen Stand erfahren und habe folgende Fragen.

Inhalt dieses Beitrags

Wie steht es um die Ladeinfrastruktur für E-Autos?

Aktuell gibt es in Heidelberg 168 öffentlich zugängliche Ladepunkte, die bei der Bundesnetzagentur gemeldet sind. Im bundesweiten Vergleich stand der Stadtkreis Heidelberg im Oktober 2021 auf Platz 24 von 398 mit 9,6 Fahrzeugen, die auf einen Ladepunkt kommen. Damit erfüllt der Stadtkreis die Empfehlung der europäischen Kommission. Im Vergleich der Attraktivität des Ladenetzes lag der Stadtkreis Heidelberg im Oktober 2021 auf Platz 7 von 399. Informationen zu öffentlich zugänglichen Ladeinrichtungen gibt es zum einen bei der Bundesnetzagentur im Ladesäulenregister. Außerdem gibt es open source Plattformen wie https://www.goingelectric.de/. Sowohl die Stadtwerke Heidelberg wie auch die Stadt Heidelberg informieren auf ihrer jeweiligen Homepage unter https://www.swhd.de/emobility sowie https://www.heidelberg.de umfassend zum Thema Elektromobilität und Ladeinfrastruktur.

1. Welche Standorte konnten bislang nicht umgesetzt werden? Woran scheiterte die Umsetzung jeweils?

Standorte mit Ausschlussgründen (zum Beispiel Parkplätze auf der Straße nicht mehr vorhanden, private Flächen):

Standort Grund
Hauptstraße 242, 69117 Heidelberg Stellplätze nicht mehr vorhanden
Kranichweg 51, 69123 Heidelberg Baumwurzeln
Marktstraße 19, 69123 Heidelberg Nur wenige Parkplätze für Kirche
Mühltalstraße 2, 69121 Heidelberg Parkplätze werden für Geschäfte  

benötigt, deshalb nur  

stundenweise Parken erlaubt.

Neckarwiese, 69120 Heidelberg  Bedenken weil Hochwassergebiet,  Ausbau von P16 in Prüfung
Schloß-Wolfsbrunnenweg 33, 69118 Heidelberg Parkplätze auf Straße, Aufstellen  

einer Ladesäule nicht möglich.

Wendehammer Offenburger Straße, 69126 Heidelberg Keine Parkplätze

 

Umsetzung an Alternativstandort:

Standort  Grund
In den Pfädelsäckern 14, 69121 Heidelberg zu sehr im Wohngebiet und hoher  Anwohnerparkdruck; Netzprüfung  für In den Pfädelsäckern 44 wird  

aktuell geprüft

Kurpfalzhof, 69124 Heidelberg  Verlegung in PHV
Simferopolstraße 5, 69115  

Heidelberg

Stadtplanerische Bedenken da andere Stichstraßen auf Grund von  mangelnder Netzinfrastruktur nicht erschlossen werden können.  Da keine Verteilerschränke und Kabelzugschächte errichtet werden  durften, gibt es in vielen Straßen der Bahnstadt kein Niederspannungsnetz. Langer Anger 175 wird als Alternative geprüft.
Tischbeinstraße 1-7, 69121  

Heidelberg

Umsetzung in Hans-Thoma-Straße  51, da verkehrsrechtlich besser geeignet und Netzanschluss besser  möglich.
Viernheimer Weg 57, 69123  Heidelberg Baumwurzeln; Umsetzung in Käfertalerstraße

 

Standort noch in Prüfung:

Standort  Grund
Schützenstraße 58, 69123 Heidelberg Standort ungeklärt, Wiedervorlage
Wolfsbrunnensteige 13, 69118 Heidelberg Sehr weit abgelegen, Wiedervorlage

 

Zurückgestellte Standorte:

Standort  Grund
Am Markt, 69123 Heidelberg  Zurückgestellt, da Umbau des Platzes geplant ist
Alois-Link-Platz, 69115 Heidelberg Auf Grund von geplantem Umbau  zurückgestellt
Bonhoefferstraße 15, 69123 Heidelberg Umbau SRH
Da-Vinci-Straße (Güterbahnhof  

63), 69115 Heidelberg

Zurückgestellt, Fläche wird bei Erschließung des Baufelds beansprucht
Königsbergerstraße 2, 69124 Heidelberg Zurückgestellt, Umsetzung auf Parkplatz gegenüber in Kooperation mit GGH.
Langer Anger (Schwetzinger Terrasse) Zurückgestellt, Fläche wird aktuell  durch Baumaßnahme beansprucht
Nöthestraße (Ecke Gadamerplatz), 69115  

Heidelberg

Zurückgestellt, Fläche wird bei Erschließung des Baufelds beansprucht
Zeisigweg 18-20, 69123 Heidelberg Zurückgestellt, da großer Standort  bei ABB geplant ist

 

Stadtplanerische Bedenken:

Standort  Grund
Dantestraße 7 oder 14, 69115  

Heidelberg

Verkehrsrechtliche und stadtplanerische Einwände
Friedrich Ebert Anlage 6, 69117  Heidelberg Verkehrsrechtliche und stadtplanerische Einwände. Zunächst Auslastung von Parkhaus  P10 angestrebt.
Schloß-Wolfsbrunnenweg 18/1,  

69117 Heidelberg

Stadtplanerische Bedenken, privat?
Schloß-Wolfsbrunnenweg 33,  

69118 Heidelberg

Parkplätze auf Straße, Aufstellen einer Ladesäule nicht möglich.
Parkplatz Tiefburg  Denkmalschutz / stadtplanerische  Bedenken. Ausweichen auf Seitenstraße nicht möglich, da kein  Platz zum Aufstellen einer Ladesäule

 

Verkehrsrechtliche Bedenken:

Standort  Grund
Rathausstraße 60, 69126  

Heidelberg

Verkehrsrechtliche Einwände, Historischer Ortskern Rohrbachs, Umgestaltung der Rathausstraße,  Beeinträchtigung des Ortsbilds
Rudolf-Hell-Straße, 69126  Heidelberg Verkehrsrechtliche Bedenken

2. Wie wird mit interessierten externen privaten Betreibern von Ladeinfrastrukturverfahren?

Externe Betreiber von Ladeinfrastruktur können Standorte im öffentlichen Bereich bei der Stadt Heidelberg (Amt für Verkehrsmanagement) einreichen. Diese
prüfen die Standorte aus verkehrsrechtlicher Sicht. Außerdem wird der Standort durch das Stadtplanungsamt sowie gegebenenfalls durch weitere Ämter wie das Amt für Denkmalschutz oder das Amt für Liegenschaften geprüft. Im Falle einer Befürwortung erhält der Betreiber eine Aufgrabungsgenehmigung und es wird ein Netzanschluss hergestellt.

3. Nach welchem System werden Standorte vergeben?

Siehe Ziffer 2

4. Gibt es konkrete Anfragen oder Gespräche mit Betreibern von Ladeinfrastruktur?

Die Stadtwerke Heidelberg Energie GmbH stellt regelmäßig Standorte für die Errichtung von Ladeinfrastruktur bereit. Hier befinden sich zur Zeit mehrere Standorte in der Abstimmung.

5. Werden die geschaffenen Parkplätze für E-Mobilität speziell durch den Gemeindevollzugsdienst kontrolliert?

Eingerichtete Ladepunkte für Elektrofahrzeuge im öffentlichen Verkehrsraum werden mittels Verkehrszeichen VZ 314 (Parken) und die Zusatzzeichen „E-Fahrzeuge“, „während des Ladevorgangs“ und „Parkscheibe bis 4 Stunden“ gekennzeichnet und auch im Zuge der üblichen Kontrollgänge durch den Gemeindevollzugsdienst überwacht. Dadurch wird sichergestellt, dass eine Fremdbelegung durch nicht-ladende Fahrzeuge sanktioniert werden kann und die Ladepunkte den Fahrern von E-Autos zur Verfügung stehen. Eingerichtete Ladepunkte für Elektrofahrzeuge auf privaten Grundstücken können leider nicht durch den Gemeindevollzugsdienst überwacht und kontrolliert werden. Dies liegt in der Verantwortung des jeweiligen Grundstückseigentümers.

6. Wie ist der nächste Schritt zum Ausbauziel?

Die Stadtwerke Heidelberg haben ein 500 x 500 Meter Raster über Heidelberg gelegt. Im bewohnten Bereich gibt es circa 110 Kacheln. Aktuell gibt es in circa 49
Kacheln Ladeeinrichtungen der Stadtwerke Heidelberg oder von anderen Betreibern. Ziel der Stadtwerke Heidelberg ist es, bis 2025 80 % der Kacheln zu füllen um so jedem den Zugang zu einer Ladeeinrichtung zu ermöglichen. Kacheln, in denen die Ladeeinrichtungen im Schnitt mit mehr als drei Ladevorgängen pro Ladepunkt pro Tag genutzt werden, sollen nachverdichtet werden.

7. Welche Standorte kommen als nächstes? Nach welchen Kriterien werden die Standorte vergeben/genehmigt?

Von den durch die Stadtwerke Heidelberg beantragten Standorten sind zurzeit die nachfolgenden Standorte im finalen Freigabe-Prozess. Neben Ladestationen im öffentlichen Bereich werden außerdem auch öffentlich zugängliche Ladestationen auf privaten Grundstücken in Kooperation mit Unternehmen errichtet.

  • Turnerstraße 36
  • Konrad-Zuse-Straße
  • Hertzstraße – Boxbergring 31
  • Im Breitspiel
  • Grüne Meile 31
  • In den Pfädelsäckern 44
  • Rohrbacherstraße 11
  • Buchwaldweg 6
  • Forum 5
  • Langer Anger 175
  • Keplerstraße 67
  • Mönchhofsplatz 1
  • Hans-Thoma-Platz 16
  • Kapellenweg
  • Tiergartenstraße 126

Da die Abstimmung mit den Genehmigungsbehörden bei einzelnen Punkten noch läuft, kann es in Einzelfällen noch zu Verschiebungen kommen. Weitere Standorte wurden bereits beantragt und werden zur Zeit geprüft.

8. Wie können Bürgerinnen und Bürger Standortvorschläge einreichen?

Bürgerinnen und Bürger können Standortvorschläge gerne bei den Stadtwerken Heidelberg an elektromobilitaet@swhd.de oder bei anderen Betreibern von Ladeeinrichtungen einreichen. Diese prüfen dann das Angebot in der direkten Umgebung. Gibt es hier noch kein ausreichendes Angebot beantragen die Betreiber den Standort bei der Stadtverwaltung. Nach Freigabe des Standorts wird ein Netzanschluss hergestellt.

Mein Fazit:

Es geht langsam voran bei der E-Mobilität, aber es bewegt sich etwas. Wenn ihr noch Ideen für Standortvorschläge habt, gerne an elektromobilitaet@swhd.de

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