Wieder scheitert ein Digitalisierungs-Projekt
Meine Fragen:
- Wie ist der aktuelle Stand des Projekts „Mobility Inside“?
- Wenn das Projekt nicht weiterverfolgt wird, was sind die Gründe?
- Was waren die Kosten für die Beteiligung?
- Setzen Sie sich weiterhin dafür ein, dass VRN oder RNV eine „einzige App für alle Reisen mit Bus und Bahn, Scooter,- Bike-und Carsharing“ einzuführen?
- Welche Apps werden aktuell im Verkehrsverbund oder von den Verkehrsbetrieben in Heidelberg angeboten?
Die Antworten:
- In der Gesellschafterversammlung der Brancheninitiative Mobility Inside (MI) vom 04.12.2023 wurde die Einstellung der Mobility Inside App zum 31.03.2024 beschlossen.
- Die Gesellschaft MI an der die rnv neben 12 weiteren Gesellschafterinnen beteiligt ist, hat hierzu ausgeführt, dass sich die Rahmenbedingungen nicht zuletzt durch die Einführung des
Deutschlandtickets, sowohl politisch als auch wirtschaftlich stark verändert haben. Zum einen haben viele Anbieter in sehr kurzer Zeit digitale Angebote geschaffen. Zum anderen nutzen überregional aktive Gelegenheitsnutzer im Regelfall das attraktive monatlich kündbare Deutschlandticket. Die Anzahl verbundübergreifender Gelegenheitsnutzer ist damit deutlich zurückgegangen. Die Gesellschafterversammlung ist deshalb zu dem Schluss gekommen, dass das Ziel der Schaffung einer gemeinsamen Plattform für den digitalen Vertrieb mit dem momentanen Vorgehen nicht erreichbar ist. - Die rnv wird erst nach Einstellung des Geschäftsbetriebs eine Bilanz für die Beteiligung an Mobility Inside in ihrer Gesellschaftersammlung vorlegen können.
- Es muss nach wie vor das Ziel sein eine durchgehende nutzerfreundliche elektronische Reiseplanung und –buchung zu ermöglichen. Insbesondere vor dem Hintergrund des Deutschlandtickets sind aber verlässliche Rahmenbedingungen notwendig, um eine weiterhin anzustrebende Reduzierung der App-Landschaft zu erreichen.
- Die rnv betreibt derzeit zwei Vertriebsapps. Die rnv/VRN Handy-Ticket-App, die als Ausgabemedium für das Deutschland-Ticket dient und einen konventionellen Ticketkauf bietet, sowie die eTarif-App, die den Kauf über check-in – check-out ermöglicht. Die unterschiedlichen Nutzungskonzepte werden von unterschiedlichen Nutzerinnen und Nutzern geschätzt. Die Frage nach „im Verkehrsverbund“ relativiert sich über die bundesweite Gültigkeit des Deutschland-Tickets. Explizit kann aber die myVRN-App des VRN genannt werden.
Meine Gedanken:
Schade, dass sich die verkehrsverbünde so schnell von der Idee einer multimodalen App für Mobilität verabschiedet haben. Ich befürchte leider, da wird nicht immer direkt aus der Sicht der Nutzer:innen gedacht. Ich hoffe, dass es einfach mal durch den Druck des Marktes kommt. Aber lieber hätten wir es natürlich direkt gemeinsam mit den Verkehrsverbünden konzeptioniert