30. Juni 2026

Tätigkeitsbericht Gemeinderat Heidelberg

Ein Transparenzbericht – weil Vertrauen in politische Arbeit auch aus Nachvollziehbarkeit entsteht.
30. Juni 2026

Tätigkeitsbericht Gemeinderat Heidelberg

Ein Transparenzbericht – weil Vertrauen in politische Arbeit auch aus Nachvollziehbarkeit entsteht.

Inhalt dieses Beitrags

Die ersten 2 Jahre der aktuellen Legislatur im Gemeinderat: Was ich in dieser Zeit eigentlich gemacht habe

Vor zwei Jahren, im Juni 2024, haben mich die Heidelbergerinnen und Heidelberger nach 2014 und 2019 zum dritten Mal in den Gemeinderat gewählt – mit 32.693 Stimmen, den meisten aller männlichen Bewerber. Das ist ein Vertrauensvorschuss, der mich freut und verpflichtet. Und deshalb habe ich mir überlegt, diesen Bericht zu verfassen, um transparent über meine ehrenamtliche Arbeit in der Kommunalpolitik zu berichten.

Nicht erst am Ende der Amtsperiode, sondern als kleiner Zwischenstand nach 2 Jahren der aktuellen Amtszeit.

 

Warum dieser Bericht?

„Was macht so ein Stadtrat eigentlich die ganze Zeit?“ Diese Frage höre ich öfter – auf dem Wochenmarkt, beim Sport, an der Bar im Club. Sie ist absolut berechtigt und viele haben einfach das Wissen nicht: Ein Gemeinderatsmandat ist ein Ehrenamt. Man sieht die Sitzungen im Ratssaal, manchmal eine Pressemitteilung, ein Foto. Aber der allergrößte Teil der Arbeit passiert im Verborgenen: in Vorbesprechungen, in E-Mails, in Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern, in Aktenbergen und Anträgen, die niemand mitzählt.

Ich finde: Wer ein öffentliches Mandat trägt, sollte offen und transparent sein, was er damit macht. Deshalb habe ich meine eigene Arbeit der vergangenen zwei Jahre einmal systematisch ausgewertet – auf Basis meines Kalenders, der Sitzungsprotokolle und meiner Unterlagen. Das Ergebnis ist dieser Bericht. Er ist nicht geschönt und er ist natürlich auch nicht vollständig – aber er ist ehrlich und gibt ein Gefühl dafür, was ich so für mein Amt als Stadtrat investiere.

 

Die Zahlen: 924 Stunden in zwei Jahren

Fangen wir mit dem an, was sich messen lässt. Für den Zeitraum Juni 2024 bis Juni 2026 – das sind 104 Wochen – habe ich meinen politischen Kalender vollständig ausgewertet:

  • 441 Termine mit politischem Bezug
  • rund 925 Stunden Arbeitszeit
  • im Schnitt knapp 9 Stunden pro Woche
  • das entspricht etwa 116 vollen Arbeitstagen

Und das ist nur das, was im Kalender steht. Nicht mitgezählt sind: die Vorbereitung auf Sitzungen, das Lesen von Vorlagen (die oft hunderte Seiten umfassen), das Schreiben von Anträgen, die An- und Abfahrten, die unzähligen E-Mails und die berüchtigten „Nachsitzungen“, in denen die eigentlichen Gespräche oft erst stattfinden.

(Fast) jeden Montag haben die Grünen Fraktionssitzung. Von 66 Sitzungen war ich bei 56 dabei. Möglich ist das als Familienvater nur, da wir die Fraktionssitungen hybrid machen und ich so auch online teilnehmen kann. (Meistens finden diese nämlich genau zur Abendessens- und Schlafenszeit für die Kinder statt…)

Wo diese Zeit konkret hingeht, lässt sich gut an den Sitzungen ablesen. Allein im Gemeinderat selbst kamen in den zwei Jahren 18 Sitzungen zusammen (inklusive Sonder-, Klausur- und gemeinsamer Sitzungen) – rund 69 Stunden im Ratssaal. Dazu die Arbeit in den Fachausschüssen und Gremien, in denen ich für die Fraktion sitze:

  • Haupt- und Finanzausschuss (HAFA) – das zentrale Steuerungsgremium für Haushalt und Finanzen
  • Ausschuss für Wirtschaft und Wissenschaft (AWW)
  • Sportausschuss
  • Konversionsausschuss – für die Entwicklung der ehemaligen Militärflächen
  • die Bezirksbeiräte Kirchheim und Bahnstadt – meine beiden Betreuungsstadtteile

Hinzu kommen die Mandate in städtischen Gremien und Beteiligungen, in die mich die Fraktion entsandt hat: der Verwaltungsrat der Sparkasse Heidelberg, der Aufsichtsrat der Technologiepark Heidelberg GmbH, der Beirat der Digitalagentur Heidelberg und die Verbandsversammlung der Metropolregion Rhein-Neckar. Bis 2025 war ich außerdem Mitglied im Fraktionsvorstand. Über alle diese Gremien zusammen kamen noch einmal rund 72 Stunden zusammen – Termine, die in der öffentlichen Wahrnehmung praktisch nie auftauchen, aber zu den wichtigsten Stellschrauben der Stadt gehören.

 

Was ich inhaltlich gemacht habe

Zahlen allein sagen aber wenig. Wichtiger ist: Wofür habe ich diese Zeit eingesetzt? Hier die Schwerpunkte aus zwei Jahren – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber mit den Dingen, die mir am wichtigsten waren.

 

Wirtschaft: Gründergeist, Gewerbe und eine Verwaltung, die mitzieht

Heidelberg lebt von seiner wirtschaftlichen Dynamik – von einer der höchsten Gründungsdichten Deutschlands, von Start-ups, die aus der Universität heraus entstehen, und von tausenden kleinen und mittleren Betrieben. Damit das so bleibt, braucht es gute Rahmenbedingungen. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass Heidelberg ein Standort bleibt, an dem Innovation und Nachhaltigkeit zusammengehen (dazu auch mein Blogbeitrag „Heidelbergs Startup-Zukunft“).

Ein Schlüssel dafür ist eine Verwaltung, die mitzieht statt ausbremst. Wer schon einmal ein Gewerbe angemeldet oder eine Genehmigung gebraucht hat, weiß: Es darf nicht an langen Wegen und Papierbergen scheitern. Deshalb dränge ich auf einfachere, digitale Verfahren – damit Gründen und Wirtschaften in Heidelberg leichter wird. Beim Technologiepark habe ich als Aufsichtsrat die Neuaufstellung begleitet und an einem tragfähigen Zukunftskonzept mitgearbeitet.

Ein Thema, das mich über vier Jahre beschäftigt hat, zeigt, wie zäh fairer Wettbewerb manchmal ist: die Mindestentgelte für Mietwagen und Bedarfsverkehr. Es begann 2022 und endete in diesem Jahr mit einer erfolgreichen Verordnung. Vier Jahre Hartnäckigkeit für gleiche Spielregeln – das ist Kommunalpolitik, wie sie wirklich ist. Wer die aktuelle Debatte verfolgt hat weiß, dass auch hier noch nicht das Ziel erreicht ist sondern es nun darum gehen muss, die Einhaltung dieser Verordnung zu kontrollieren.

Was viele nicht wissen: Wir schreiben Taxis und dem ÖPNV vor, wie sie ihre Preise zu gestalten haben, neuen Anbietern aber nicht. Mit der kurzfristigen Umsetzung von Mindestentgelten soll verhindert werden, dass Fakten durch Dumpingpreise geschaffen werden.

 

Kreativwirtschaft: Räume für das, was Heidelberg lebendig macht

Kreativwirtschaft ist kein Nischenthema – sie ist Standortfaktor, Arbeitgeber und Lebensqualität zugleich. Als jemand, der seit über 20 Jahren ein Kulturunternehmen führt, bringe ich hier eine Perspektive ein, die im Gemeinderat selten ist: die der Praxis. Ich habe einen 5-Punkte-Plan für die Kreativwirtschaft entwickelt – mit Fokus auf Leerstandsnutzung, Förderung und Vernetzung – und mich für Orte für neue Clubs und Bars eingesetzt (TOP-Antrag im November 2024). Bei der Vermittlung zwischen Verwaltung und Kreativschaffenden, etwa bei drohenden Mieterhöhungen für Start Ups, habe ich konkret geholfen.

 

Nachtökonomie & Clubkultur

Heidelberg ist eine junge Stadt – und soll auch eine bleiben. Deshalb habe ich eine große Nachtleben-Umfrage mit 593 Teilnehmenden mit-initiiert und ausgewertet. Die Ergebnisse sind eindeutig: 68 Prozent wünschen sich mehr Clubs, viele weichen wegen früher Sperrzeiten in andere Städte aus, und der fehlende Nachtverkehr ist die größte Hürde, die wir politisch tatsächlich lösen könnten. Besonders nachdenklich macht mich, dass sich Frauen im Nachtleben deutlich unsicherer fühlen als Männer.

Daraus ist gemeinsam mit Bülent Teztiker die Idee der Freiplatzkultur entstanden: öffentliche Räume als Fundament einer neuen und urbanen kulturellen Bewerbung in Heidelberg.

 

Sport & Bewegung

Sport ist Gesundheit, Gemeinschaft und Integration – und in Heidelberg so beliebt wie nie: über 53.000 Menschen sind in 118 Vereinen organisiert, der stärkste Zuwachs kommt von jungen Erwachsenen. Diese Bewegung verdient gute Infrastruktur. So setze ich mich seit Jahren für eine gute Infrastruktur ein und habe das bspw mit einem Antrag für eine Übersicht zum Zustand der städtischen Sportanlagen und anderen Anträgen konkret eingesetzt.

Ein Höhepunkt für mich war der erste Heidelberg Hills Cup im Emmertsgrund – ein Streetball-Turnier, im Rahmen der Freiplatzkultur mit Bülent Teztiker, das einen öffentlichen Platz mit Leben gefüllt hat. Gerade in Stadtteilen, die nicht immer im Mittelpunkt stehen, ist solche niedrigschwellige Bewegungskultur Gold wert.

 

Öffentlicher Raum & Stadtqualität

Wem gehört die Stadt? Im Idealfall: allen. Mir ist wichtig, dass öffentliche Räume Orte der Begegnung bleiben – nicht zugeparkt, nicht überhitzt, nicht ausschließlich kommerziell. Ein Beispiel, das mir gerade in den immer heißeren Sommern am Herzen liegt: der Hitzeschutz an Schulen und Kitas. Raumtemperaturen über 30 Grad sind weder für Kinder noch für das Betreuungs- und Lehrpersonal zumutbar – und auch ältere und gesundheitlich gefährdete Menschen brauchen in städtischen Gebäuden Schutz vor extremer Hitze. Gemeinsam mit meiner Fraktion habe ich deshalb ein umfassendes Hitzeschutzkonzept beantragt: Verschattung, Entsiegelung, kluge Lüftungs- und Baukonzepte und eine systematische Prüfung aller Bildungseinrichtungen auf Hitzebelastung. Gerade in Zeiten knapper Kassen ist das kein Luxus, sondern Vorsorge – denn baulicher Hitzeschutz spart langfristig Kosten bei Gesundheit, Sanierung und Infrastruktur. Daneben setze ich mich für Trinkwasserbrunnen im Stadtgebiet und für die Belebung öffentlicher Plätze durch Veranstaltungen ein. Beim Thema Silvester habe ich einen Antrag verfasst, der eine sichere, gemeinschaftliche öffentliche Silvesternacht stärken soll.

Die schon erwähnte Freiplatzkultur ist hier mein Leitgedanke: bespielbare Freiflächen in allen Stadtteilen, damit Kultur und Begegnung nicht nur in der Innenstadt stattfinden.

 

Stadtteilengagement: Kirchheim & Bahnstadt

Als Betreuungsstadtrat für Kirchheim und die Bahnstadt ist mir der direkte Draht wichtig. In Kirchheim habe ich beim Glasfaserausbau kritisch nachgefragt – zu Bauqualität, Mängeln und Haftung – und schreibe monatlich im „Kerchemer Wind“. In der Bahnstadt war viel los: die Parkraumbewirtschaftung, eine kritische Begleitung des überdimensionierten SkyHub-Parkhaus am Hauptbahnhof, eine Bürgerbefragung zum Wochenmarkt und das Promenadenfest, das ich initiiert und mitorganisiert habe.

Manchmal geht es auch ganz konkret um Menschen: Als ein obdachloser Mann in der Bahnstadt Hilfe brauchte, habe ich den Kontakt zum SKM hergestellt und eine lokale Hilfsaktion organisiert. Solche Dinge stehen in keiner Statistik – aber sie gehören zu diesem Amt.

Die Bahnstadt ist mit zwei Straßenbahnlinien und mehreren Buslinien sehr gut angebunden. Dennoch ist der Straßenraum komplett zugeparkt. Wir Grünen begrüßen, dass in der Bahnstadt durchgehend, auch nachts und am Wochenende, Parkgebühren erhoben werden.

 

Kita & Familie

Heidelberg wächst, und junge Familien brauchen verlässliche Betreuung. Beim Thema Kita habe ich ein eigenes Konzept erarbeitet – das „Heidelberger Effizienzmodell Kita 2027″. Die Idee: Statt pauschal Gebühren zu erhöhen, sollten wir das Fördersystem für Träger klüger machen – belegungsorientiert statt rein platzbasiert. So lassen sich Mittel effizienter einsetzen, ohne an der Qualität zu sparen. Denn an den Kleinsten zu sparen, wäre der falsche Weg. Daneben habe ich mich für Inklusion in der Kinderbetreuung stark gemacht und den Kontakt zum Jugendamt und den Akteuren gesucht.

 

Finanzen & Haushalt

Heidelberg muss sparen – das ist die unbequeme Wahrheit dieser Jahre. Als Sprecher des Haupt- und Finanzausschuss der grünen Fraktion habe ich die Haushaltsaufstellung 2025/26 mitbegleitet. Ich habe konkrete Sparvorschläge eingebracht und einen landesweiten Austausch zwischen den grünen Fraktionen der baden-württembergischen Städte angestoßen – denn viele Kommunen ringen mit denselben Problemen, und voneinander zu lernen spart am Ende Geld. Leider gehören aber auch unbequeme Entscheidungen gehören dazu, etwa bei den Schwimmbadpreisen. Diese gilt es dann auch zu kommunizieren:

Eine Preiserhöhung ist immer eine schwierige Entscheidung, aber sie ist in diesem Fall unvermeidbar, um unsere Schwimmbäder weiterhin in gewohnter Qualität offenhalten zu können. Wir haben alles daran gesetzt, dass die Anpassungen sozial verträglich ausfallen.

 

Digitalisierung & digitale Souveränität

Digitale Souveränität ist mir ein echtes Anliegen: Eine Stadtverwaltung sollte nicht von einzelnen Software-Monopolen abhängig sein, sondern selbstbestimmt über ihre digitalen Werkzeuge entscheiden. Dafür habe ich öffentlich geworben und einen entsprechenden Sachantrag eingebracht. Über die Fragestunde habe ich die KI-Nutzung der Stadt transparent gemacht – das hat mit dazu beigetragen, dass die Gemeinderatsprotokolle heute KI-gestützt erstellt werden. Auch beim WLAN an Schulen und beim Ausbau der E-Ladeinfrastruktur habe ich nachgehakt, wo die Stadt hinter ihren eigenen Zielen zurückblieb um somit auch meiner Kontrollfunktion als Stadtrat nachzukommen.

Bei diesem Thema habe ich außerdem unserer Bürgermeisterin in den Themenfeldern Digitalisierung und Kreativwirtschaft konkret zugearbeitet – mit ausgearbeiteten Konzepten und neuen Ideen. Dabei ist mir auch wichtig, dass Digitalisierung niemanden ausschließt – deshalb umfasst das Konzept ausdrücklich auch Wege für Menschen ohne Smartphone-Erfahrung, etwa Bezahlung per SMS, Telefon-Hotline oder bar im lokalen Geschäft. Denn moderne Verwaltung heißt für mich: einfacher für alle, nicht nur für die Technikaffinen.

 

Und vieles mehr: die Themen zwischen den Zeilen

Ein Gemeinderatsmandat lässt sich nicht in saubere Schubladen sortieren. Vieles von dem, was ich tue, taucht in keiner Überschrift auf – weil es Querschnittsthemen sind, Gespräche, Abstimmungen, das stetige Mitdenken bei Dutzenden Vorlagen. Damit es nicht unsichtbar bleibt, hier ein ehrlicher Blick auf das, was sonst noch dazugehört:

  • Klima & Anpassung – von Begrünung und Entsiegelung bis zur Frage, wie wir die Stadt fit für heißere Sommer machen
  • Soziales & Geflüchtete – etwa mein jahrelanges Nachhaken beim WLAN in der Flüchtlingsunterkunft Pfaffengrund
  • Konversion – die Entwicklung der ehemaligen Militärflächen, eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Heidelbergs
  • Stadtwerke, Bäder und Daseinsvorsorge – die unspektakuläre, aber existenzielle Infrastruktur
  • Kultur jenseits der Clubkultur – etwa eine eigene Analyse der Theaterfinanzen für die Fraktion
  • Awareness und Schutzkonzepte – ein Konzept, das ich für die Fraktion mitentwickelt habe
  • die vielen Bürgeranliegen, die direkt bei mir landen – vom Schlagloch bis zur grundsätzlichen Frage – die ich dann gerne bis zum Ende weiterverfolge.

Diese Liste ließe sich verlängern. Sie zeigt vor allem eines: Kommunalpolitik ist Breitenarbeit. Man kann nicht überall Experte sein, aber man muss überall ansprechbar bleiben.

 

Die Fragestunde: mein wichtigstes Werkzeug

Ein Instrument möchte ich besonders hervorheben, weil es so wenig bekannt ist: die Fragestunde im Gemeinderat. Jede Anfrage verpflichtet die Verwaltung zu einer offiziellen, protokollierten Antwort. Das ist gelebte demokratische Kontrolle.

Seit 2020 habe ich über 20 Fragen zu ganz unterschiedlichen Themen eingebracht – viele davon mit mehreren Einzelfragen. Ein Überblick, womit ich mich dabei konkret befasst habe:

  • Glasfaserausbau Kirchheim – Bauqualität, Mängeldokumentation, Haftung und Gewährleistung, Schutz vor städtischen Folgekosten
  • KI-Nutzung der Stadtverwaltung – Zugang, Leitfaden und der Einsatz für Gemeinderatsprotokolle (der inzwischen umgesetzt wird)
  • Bürgerbeteiligung und Stadtteilentwicklung in der Bahnstadt – Quartiersgespräche, Einbindung von Bezirksbeirat und Stadtteilvereinen, Berichtspflicht gegenüber dem Gemeinderat
  • Parkraumbewirtschaftung Bahnstadt – warum das Anwohnerparken seit dem Beschluss von 2013 nicht umgesetzt wurde, Einnahmen, Zeitplan
  • Unternehmensverlagerungen und Gewerbesteuer – wie viele Betriebe Heidelberg verlassen und warum
  • WLAN an Heidelberger Schulen – Versorgungsgrad, Zeitplan und Kosten des Ausbaus
  • Stand der Digitalisierung der Stadtverwaltung – wie viele der angekündigten Online-Dienste wirklich nutzbar sind
  • E-Ladeinfrastruktur – warum die selbstgesteckten Ausbauziele verfehlt wurden
  • Städtische Liegenschaften – Zwischennutzung leerstehender Gebäude für Kultur und Sport
  • Bahnstadt-Promenade – Beleuchtung und Zeitplan der nächsten Bauabschnitte
  • Gehwegparken – Schutz von Familien und Senioren auf zugeparkten Gehwegen
  • Verkehrssicherheit und Schulwege rund um den Langen Anger
  • Baumpflanzungen und Wasserbecken in der Bahnstadt

Diese Themen reichen von der großen Strukturfrage bis zum konkreten Gehweg vor der Haustür. Genau das macht für mich den Reiz aus: Es ist oft mühsam und selten spektakulär. Aber es ist der direkteste Weg, die Verwaltung zur Rechenschaft zu bewegen – und Antworten zu bekommen, die sonst niemand einfordert.

 

Öffentlichkeitsarbeit: Politik dorthin bringen, wo die Menschen sind

Über all den einzelnen Themen steht für mich ein Prinzip, das mir vielleicht am wichtigsten ist: Politik muss erklärt werden – und sie muss alle erreichen können. Ein Beschluss, den niemand versteht, ein Antrag, von dem niemand erfährt, eine Debatte, die nur im Ratssaal stattfindet – das ist für mich gescheiterte Demokratie, egal wie gut die Sache gemeint war.

Deshalb betreibe ich Öffentlichkeitsarbeit nicht als Pflichtübung, sondern als Kernaufgabe meines Mandats. Und zwar bewusst auf vielen verschiedenen Kanälen, weil die Menschen eben unterschiedlich sind und über unterschiedliche Wege erreichbar:

  • mein Blog auf felixgraedler.de mit über 250 Beiträgen – für alle, die es genau wissen wollen
  • monatliche Beiträge im „Kerchemer Wind“ und im Stadtblatt – für die, die lieber auf Papier lesen
  • Instagram, TikTok, Facebook und LinkedIn – für ganz verschiedene Generationen und Lebenswelten mit Videos, Posts und Hintergrundinfos zu politischen Themen
  • und nicht zuletzt das persönliche Gespräch: auf dem Markt, bei Veranstaltungen, an der Bar, vor der Kita

Mir geht es dabei nicht um Selbstdarstellung. Es geht um niedrigschwelligen Zugang. Kommunalpolitik hat ein Vermittlungsproblem: Sie ist oft sperrig, voller Fachbegriffe, Aktenzeichen und Verfahren. Genau das schreckt viele ab – besonders jene, die ohnehin das Gefühl haben, dass „die da oben“ nichts mit ihrem Leben zu tun haben. Ich versuche, das Gegenteil zu beweisen: komplexe Inhalte so aufzubereiten, dass man kein Politikstudium braucht, um mitzureden.

Denn die entscheidende Frage ist für mich nicht, ob ich informiere, sondern wen ich erreiche. Wenn immer nur dieselben politisch interessierten Menschen zuhören, bleibt die Hälfte der Stadt außen vor. Mir ist es wichtig, auch die Gruppen anzusprechen, die mit klassischer Politik sonst wenig anfangen können – junge Menschen, Berufstätige ohne Zeit für Sitzungen, Menschen, die sich von Verwaltungssprache abgehängt fühlen.

Und Öffentlichkeitsarbeit ist für mich keine Einbahnstraße. Über all diese Kanäle entsteht Dialog: Ich bekomme Rückmeldungen, Kritik, Hinweise auf Probleme, von denen ich sonst nie erfahren hätte – das kaputte Spielgerät, die gefährliche Kreuzung, die Sorge ums Stadtteilfest. Vieles davon ist überhaupt erst durch diesen direkten Draht zur konkreten politischen Arbeit geworden. Wer wissen will, wie ich abgestimmt habe und warum, soll das herausfinden können. Und wer mir etwas mitteilen will, soll einen einfachen Weg dafür finden. Das ist für mich gelebte Teilhabe.

 

Eine persönliche Schlussbemerkung

Ich mache diese Arbeit gern. Aber sie ist auch ein Spagat. Ich bin Unternehmer mit 2 Firmen, ehrenamtlich Tätig in Berufsnetzwerken, Stadtrat, Vater von zwei kleinen Kindern – und der Tag hat nur 24 Stunden. Nicht jede Sitzung habe ich besucht, nicht jedes Thema konnte ich mit der Tiefe verfolgen, die es verdient hätte. Das gebe ich offen zu.

Aber diese Vielfalt sehe ich auch als Stärke: Sie bringt Praxiswissen in die Kommunalpolitik, das sonst fehlen würde. Im Übrigen, weil ich das auch schon gefragt wurde. Wenn es um Themen geht, die mein Unternehmen direkt betreffen, erkläre ich meine Befangenheit und kann dann weder mitdiskutieren und auch nicht mit abstimmen. So ist das auch fest in der Gemeindeordnung geregelt.

Warum lege ich das alles offen? Weil ich überzeugt bin: Vertrauen in Politik entsteht durch Nachvollziehbarkeit. Sie haben mir Ihre Stimme gegeben. Sie haben ein Recht zu erfahren, was ich damit mache.

Für Fragen, Kritik und Anregungen bin ich erreichbar – schreiben Sie mir, sprechen Sie mich an. Die nächsten Jahre dieser Amtsperiode liegen noch vor uns, und ich freue mich darauf, sie mit Ihnen zu gestalten.

Heidelberg, im Juni 2026

Felix Grädler 

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