Liebe Kirchheimer*innen,
zuerst möchte ich Ihnen aus der Gemeinderatssitzung vom 15. November die relevanten Punkten für Kirchheim berichten.
Parkraumbewirtschaftung
Darüber hatte ich Ihnen schon letzten Monat geschrieben, aber die Vorlage hat nochmal eine Runde über den Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität gedreht. Auch wenn es für Kirchheim noch ein wenig dauert, bis die Parkraumbewirtschaftung eingeführt wird, ist es sicherlich auch für Sie interessant zu wissen, dass es nun auch Parkzonen für die Anlieferung, Handwerker und sonstige Dienstleister (z.B. Pflegedienste) geben soll. Die Stadtteile werden über ihre jeweiligen Bezirksbeiräte eingebunden, wenn die Planung feststeht.
Kommunale Wärmeplanung
Über das Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württemberg müssen die Städte bis zum Jahresende einen kommunalen Wärmeplan aufstellen. Daraus wird ersichtlich, wie die Kommune ihren Wärmebedarf bis 2040 CO2-neutral erzeugt in den drei Bereichen Heizwärme, Warmwasser und Prozesswärme. Heidelberg konzentriert sich auf erneuerbare Energien sowie Abwärme und Kraft-Wärme-Kopplung. Da durch den Einsatz von Wärmepumpen – als dezentrale Luft- und Erdwärmepumpen in Privathäusern oder als Fluss- und Abwasser-Großwärmepumpen – mehr Strom benötigt wird, müssen verstärkt Photovoltaikanlagen aufgebaut werden und zwar in allen Stadtteilen, also auch in Kirchheim. Weiterhin sind Windräder auf Heidelberger Gemarkung notwendig. Über die Stadtwerke wird das Fernwärmenetz ausgeweitet. Für Kirchheim bedeutet das, dass Teile des Stadtteils bis 2030, der Großteil aber erst bis 2040 ans Fernwärmenetz angeschlossen werden sollen. Infos finden Sie auch unter: www.heidelberg.de/waerme
Finanzielle Förderung der Fastnacht
Das großartige Ehrenamt der vielen Vereine rund um die Heidelberger Fastnacht wird stärker unterstützt. Nicht nur die steigenden Kosten sind dafür der Grund, sondern auch der Wunsch nach mehr Motivwagen beim Umzug. Ich freue mich schon auf die nächste Saison!
Außenbewirtschaftungsflächen
Die während der Corona-Zeit entstandenen Außenbewirtschaftungen haben vor allem auf vormals vom motorisierten Verkehr genutzten Flächen stark zur Belebung und Erhöhung der Lebensqualität in unserer Stadt beigetragen und haben sich auch dadurch sehr bewährt. Gerade in den Stadtteilen außerhalb der Altstadt, wie Kirchheim, hat dies vollkommen neue Möglichkeiten der Begegnung geschaffen und die Freude am Aufenthalt im eigenen Stadtteil gestärkt. Deshalb haben wir uns dafür eingesetzt, dass diese “Parklets”, bzw. Außenbewirtschaftung auf Parkplatzflächen nicht vorrangig abgeschafft werden.
Wohnungspolitisches Konzept PHV
Die Hälfte der Wohnungen auf Patrick-Henry-Village (PHV) wird preisgünstig. Das hatte der Heidelberger Gemeinderat mit dem Wohnkonzept für den neuen Stadtteil bereits 2022 auf den Weg gebracht. Die Grünen-Fraktion hat nun zusammen mit anderen Parteien eine Konkretisierung des Wohnkonzeptes beschlossen.
Mit dem wohnungspolitischen Konzept für PHV werden lebendige Quartiere geschaffen, die ökologisch und sozial ausgewogen sind und die ein gutes Miteinander und eine gute Durchmischung der Bevölkerung ermöglichen. Um bezahlbaren Wohnraum zu fördern, brauchen wir einen weniger profitorientierten Wohnungsmarkt und mehr gemeinwohlorientierte Wohnförderung. Für alle Flächen, die nicht im öffentlichen Eigentum verbleiben, muss eine Grundstücksvergabe nach der Qualität von Konzepten durchgeführt und so das Mitspracherecht der Stadt Heidelberg gesichert werden.
Die Kriterien für diese Konzeptvergabe sind unter anderem: Schaffung von bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum, Förderung von gemeinwohlorientierten Wohnformen, Bauen in ökologisch hoher Qualität, nachhaltiges und bestandsorientiertes Bauen und Sanieren durch Recycling von Baustoffen (Circular City), Stärkung und Schaffung von sozialer Infrastruktur (zum Beispiel Kitas, Spielplätze, Sport-und Freizeitplätze, Begegnungsorte etc.). Uns Grünen ist wichtig, dass das wohnungspolitische Konzept abschnittsweise beschlossen und umgesetzt wird. Denn die Entwicklung von Förderprogrammen und Baukonjunktur sind derzeit nicht absehbar. Eine abschnittsweise Entwicklung ist daher sinnvoll und im Sinne des dynamischen Masterplans.
Jahresrückblick
Da es nun auf das Jahresende zugeht, möchte ich mit Ihnen noch einen kurzen Blick zurück auf das kommunalpolitische Jahr 2023 werfen.
Eines meiner Herzensanliegen – die Stadtteilbudgets – ist dieses Jahr auf den Weg gebracht worden. Gefördert werden können damit sämtliche Projekte, die selbständig und eigenverantwortlich umgesetzt werden können – vom Insektenhotel über Nachbarschaftsfeste oder Flohmärkte bis hin zu Urban Gardening. Haben Sie ein Projekt, das hierzu passt, dann schreiben Sie direkt an: stadtteilbudget@heidelberg.de.
Ein Höhepunkt im Stadtteilleben war sicherlich die Kerchemer Kerwe. Das Engagement von vielen Ehrenamtlichen hat für ein wirklich gelungenes Fest gesorgt. Wenn Sie Lust haben, im nächsten Jahr mitzuhelfen – es werden noch weitere Mithelfer*innen gesucht!
Positiv auf Kirchheim wird sich der Antrag für eine lebendige Ortsmitte in Kirchheim auswirken, den wir dieses Jahr im Gemeinderat beschlossen haben. Ziel ist, die Kirchheimer Ortsmitte lebendiger, attraktiver und barrierefreier zu gestalten und die Aufenthaltsqualität und Sicherheit im genannten Bereich zu erhöhen. Von einer solchen Aufwertung des Ortskerns profitieren Kinder, Familien, ältere Menschen und der Einzelhandel.
Der bedauerliche Unfall im Quartier „Am Dorf“ hat mich verärgert, er wäre wahrscheinlich vermeidbar gewesen. Wir hatten schon lange angemahnt, die Situation dort sicherer zu machen. Die Verwaltung hat auf unseren Druck hin in der Bruchhäuser Straße einige Maßnahmen ergriffen, um die Verkehrssicherheit dort zu erhöhen.
Weitere Highlights waren die Einweihung des Erweiterungsbaus des Turnzentrums und der erste Spatenstich für den Ersatzneubau der Sporthalle der Geschwister-Scholl-Schule sowie der Beginn der Bauarbeiten für den Neubau der Kita in der Stettiner Straße und der im Harbigweg. Im Haushalt haben wir die Weichen gestellt für die Generalsanierung der Kurpfalzschule, die uns in den nächsten Jahren begleiten wird.
Wenn Sie Anregungen oder Kritik haben, schreiben Sie mir. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen über graedler@gruene-fraktion-heidelberg.de
Nun bleibt mir nur noch, Ihnen und Ihren Lieben Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr zu wünschen. Bleiben Sie gesund und zufrieden!
Ihr
Felix Grädler