01. Juni 2022

Fragezeit: Eine App für Alles? Wann kommt endlich die Mobilitätsapp?

2019 hat der Gemeinderat die gesellschaftsrechtliche Beteiligung der rnv an der Mobility Inside GmbH sowie am Projekt „Mobility Inside“ beschlossen. Was ist daraus geworden?

Fragezeit: Eine App für Alles? Wann kommt endlich die Mobilitätsapp?

2019 hat der Gemeinderat die gesellschaftsrechtliche Beteiligung der rnv an der Mobility Inside GmbH sowie am Projekt „Mobility Inside“ beschlossen. Was ist daraus geworden?

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Mobility Inside

1. Wie ist der aktuelle Stand des Projekts „Mobility Inside“? 

 Am 02. Mai 2022 ist die rnv/VRN.Deutschland App im Rahmen der Vernetzungsinitiative  Mobility inside gestartet. Die rnv-Version der App steht seither in den öffentlichen App Stores zum Download bereit. Die Mobility inside Partnerunternehmen bieten technisch  identische Apps mit regionalspezifischen Namen und Icons. Erhältlich sind in der ersten  Ausbaustufe Einzel-und Tageskarten direkt in der App, dazu eine deutschlandweite  Verbindungsauskunft –multimodal und mit Echtzeitdaten.  

Erstmals in Deutschland und vermutlich auch Europa steht Fahrgästen eine  unternehmens-und verkehrsmittelübergreifende App zur Verfügung, die „Informieren,  Buchen und Bezahlen“ aus einer Hand anstrebt: Seit dem 4. April 2022 stehen nach  intensiver Vorbereitung die ersten Mobility inside App-Versionen in den Stores zur  Verfügung. Weitere Verkehrsunternehmen und damit neue Tarifgebiete zur Anbindung  stehen bereits in den Startlöchern und werden sukzessive angebunden, dazu zählen zum  Beispiel der KVV (Karlsruher Verkehrsverbund), der MDV (Mitteldeutscher  Verkehrsverbund) und der nah.-sh (Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein). Ziel ist,  deutschlandweit nur eine einzige App für alle Reisen mit Bus und Bahn, Bike-und  Carsharing zu benötigen. Die Apps, der in der ersten Phase teilnehmenden Partner heißen:

RMV.Deutschland (Rhein-Main-Verkehrsverbund) 

MVG Deutschland (Münchner Verkehrsgesellschaft) 

dTicket (BOGESTRA) 

DOplus (DSW21) 

rnv/VRN. Deutschland (Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft) 

Zum Marktstart mit dabei sind die Tarife von Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV),  Münchner Verkehrs-und Tarifverbund (MVV), Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) sowie  Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN). Jede App kann Fahrkarten der jeweils anderen  verkaufen, umfasst also alle vier Tarife. 

Schrittweise wird diese App-Version um zusätzliche Funktionen, Tarife und Partner  erweitert und kontinuierlich optimiert, um schließlich auf die komplette ÖPNV-und  Mobilitätsbranche ausgerollt zu werden. Gerade auch kleinere Verkehrsunternehmen  können bei Mobility inside mitmachen –dafür sorgt die technische wie organisatorische  Gestaltung des Projekts. 

Mit der nun gelaunchten App können Fahrgäste Einzel-und Tageskarten für Erwachsene  zum Regeltarif erwerben, im MVV-, RMV-und VRR-Gebiet auch Kurzstrecken-Tickets. Der  Verkauf des Tarifs im Schienennahverkehr sowie von DB-Fernverkehr erfolgt vorerst per  Link zum DB-Navigator. 

Die deutschlandweite Verbindungsauskunft zu Bus und Bahn umfasst die Angabe von  Echtzeitdaten und ist zudem multimodal: Mit dabei sind die Sharing-Angebote von  ShareNow, Miles, Tier, Call a Bike, nextbike und MVG Rad. 

Fahrgäste müssen sich vor Nutzung der App registrieren, da die Anwendung in dieser  Form neu ist. Dies gilt auch, wenn sie bereits bei einem der Partner einen Account haben.  Die Abrechnung erfolgt nach Buchung der Fahrkarten per Lastschrift. 

Bei Mobility inside handelt es sich um die erste verbundübergreifende Ticketing App  überhaupt in Deutschland. Der Erfolg dieses Launches hängt auch von einer regen Nutzung durch die Fahrgäste ab. Denn so können technische Hürden schneller erkannt und  beseitigt werden und die Nutzerfreundlichkeit weiter verbessert werden: Die bei der  ersten Produktivversion erwarteten Anregungen von Nutzerinnen und Nutzern für die  Optimierung von technischen Funktionen und Handling werden gesammelt und bei der  Weiterentwicklung berücksichtigt. Gleichzeitig sind diese ersten App-Versionen auch ein  Aufruf an alle Unternehmen der ÖV-Branche, sich an diesem Leuchtturmprojekt zu  beteiligen.

2. Wann wird die App der RNV auch in Heidelberg verfügbar und einsatzbereit sein, um auch  in Heidelberg nur eine einzige App für alle Reisen mit Bus und Bahn, Bike-und Carsharing  zu benötigen?

Die rnv/VRN.Deutschland App ist seit dem 02.05.2022 in der ersten Ausbaustufe in den  Appstores erhältlich. Erste Ausbaustufe bedeutet ein derzeit noch eingeschränktes  Produktportfolio (Einzel- und Tages-Tickets für Erwachsene), deutschlandweites Routing,  Ticketing in den Partnerverbünden, Fernverkehr und multimodale Angebote per  Verlinkung. Die Projektlaufzeit wird voraussichtlich bis Juni 2023 verlängert. Im Scope  stehen die Ausweitung des Produktportfolios bis hin zur Monatskarte, die Einbindung des  Fernverkehrs in App, Akquise neuer Partnerverbünde und die in-App-Lösung für  multimodale Angebote. Letztere sind maßgeblich von der Verhandlungsbereitschaft der  Partnerunternehmen abhängig. Dabei wird mit zunehmender Marktabdeckung die  Verhandlungsposition der öffentlichen Verkehrsunternehmen gegenüber den privaten  Anbietern gestärkt.

3. Wie verhält sich die App zu den anderen Apps der rnv/vrn nach der Einführung?

Zunächst fügt sich die rnv/VRN.Deutschland als White-Label-Lösung in der App  Landschaft im VRN als zusätzliches separates Angebot für verbundüberschreitende  Fahrten ein (Autonomielösung). Durch die Teilnahme der angrenzenden Verbünde RMV,  KVV und Mainz bietet die App bereits in den ersten frühen Ausbaustufen für die  Bürgerinnen und Bürger der Metropolregion einen echten Mehrwert. Perspektivisch  können die Funktionserweiterungen der Mobility inside-Plattform in den bestehenden  Apps integriert werden (Integrationslösung), diesen Weg geht zum Beispiel Mainz. Dafür  verzichten die Mainzer auf eine autonome White-Label-App in der Anfangsphase der  Entwicklung und damit auf den Aufbau eines externen Kundenstamms. Denkbar ist  ebenfalls, dass die Mi-White-Label-Lösung die Bestandsapps ersetzt  (Substitutionslösung). Die strategische Entscheidung welcher Lösungsweg für die  Weiterentwicklung der rnv-Version eingeschlagen wird, muss zu gegebener Zeit  abgewogen werden und wird von den dann absehbaren Rahmenbedingungen wie  Systemstabilität, Usability und Markterfolg bestimmt werden. 

4. Wird die VRN eine eigene App entwickeln oder werden RNV und VRN die gleiche App  nutzen?

Es gibt eine rnv eigene Version der Mobility inside White-Label-App, die wir in enger  Abstimmung mit dem Verbund partnerschaftlich gestaltet haben. Kundenvertragspartner  ist dabei die rnv, der Verbund wurde jedoch als produktverantwortlicher Partner und auch  im Hinblick auf Kunden im Verkehrsverbund außerhalb des Bediengebiets der rnv als  Markenpartner bewusst mit aufgebaut. Für die Kundinnenund Kundenwird durch das App  Branding analog zum eTarif ein einheitlicher Wiedererkennungswert hergestellt. 

 

Mein Fazit: Statt die Chance zu nutzen, 1 App für alles, suchen, buchen, bezahlen, wieder nur eine App mehr die ein bisschen was kann und sich in das App-Wirrwarr einreiht.
Schade!

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