• Felix Grädler

Kommentar zum Thema Clubsterben

In der RNZ am Wochenende gab es ein Interview mit DJ Boulevard Bou. Hier wurde unter anderem das Thema Clubsterben erwähnt, dass ich gerne kommentieren möchte:


Das Phänomen „Clubsterben“ bezeichnet das Schließen von Musikclubs aus vielen verschiedenen Gründen und bedeutet nicht, dass wenig oder viele Leute einen Club besuchen. Egal ob wirtschaftliche Gründe, Versagen des Managements, Stadtentwicklung, Probleme mit dem Vermieter, finanzielle Probleme, verändertes Ausgehverhalten, zu starre Rahmenbedingungen oder zu hohe Auflagen - es gibt viele Gründe wieso immer mehr Clubs schließen müssen. Interessant ist, dass in den letzten Jahren kaum neue Clubs aufmachen oder die Clubs an anderer Stelle wieder eröffnen. Zu diesem Thema haben nicht nur wir als Clubverband eine Studie veröffentlicht, sondern es gibt in den verschiedenen Städten in Deutschland hierzu Veröffentlichungen. 

Die wesentlich veränderten Rahmenbedingungen der Musikbranche und die immer weiter verschärften Auflagen der Behörden, der gesellschaftliche Wandel in Kombination mit vielen weiteren Herausforderungen für Clubbetreiber waren 2012 der Anlass für uns, einen Clubverband auf regionaler und nationaler Ebene zu gründen um gemeinsam nachhaltig die Bedingungen der Branche zu verbessern.

Dabei ist es nicht hilfreich wenn die Probleme für die Betreiber verschwiegen werden, als gegeben hingenommen werden aus einem falschen persönlichen Ego oder aus Scham vor öffentlicher Bloßstellung. Gerade brandaktuell hat wieder ein etablierter Club, das Loft in Ludwigshafen, sein Schließen angekündigt, was ich sehr bedaure. Sie haben über 30 Jahre lang die Rhein-Neckar Region vor allem mit elektronischen Highlights bereichert. Eine nennenswerte Neueröffnung nicht in Sicht. Mit jedem Club der Schließen muss, reduziert sich die kulturelle Vielfalt in unseren Städten. Deshalb will ich hiermit nochmals alle Clubbetreiber aber auch alle Veranstalter dazu aufrufen, sich gemeinsam für bessere Voraussetzungen einzusetzen und die Politik davon zu überzeugen, endlich aktiv zu werden und die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Wir brauchen endlich die gleiche Akzeptanz und Unterstützung wie andere Kulturschaffende in der Stadt und Unterstützung zur Stärkung unserer Netzwerke.



Blog von Felix Grädler

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