• Felix Grädler

Meine Büttenrede 2020 - damit's so bleibt wie's immer war


Heut versuch’ ich zu resumiere

das heißt, das Jahr soll Revue passiere

was war nur widda los dies Jahr

wer wurd’ enttäuscht, welch Traum wurd’ wahr?

Was jeder sich wünscht in Heidelberg,

vom alten Greis bis jungem Zwerg,

das ist mir jetzt schon ziemlich klar:

das es ist und bleibt wie’s immer war


Der größte Streit im letzten Jahr

war der Betriebshof, das ist klar.

En Bürgerentscheid gab es hier sogar

auch wenn die Beteiligung net groß genug war

So musste ein Orakel dann

entscheide wo die Bembl nachts schloofe kann

also wurd ganz viel gesinnt

und dann am Schluss wurd’ abgestimmt

dass, und das ist mir jetzt erst klar;

es ist und bleibt wie’s immer war


Thema des Jahres, mega wichtig

war das Klima, und zwar richtig

Deshalb hawwe mir nen Antrag g’stellt - ganz weise

und der OB hat dann - erst ziemlich leise

den Klimanotstand bekannt gegebe.

Später wurd’ er lauter dann,

weil mans subber auf der ganzen Welt verzähle kann.

Und mir hoffe hier, weit weg von globalem Glamour,

dass der “Klima-OB” echt mal weise war,

und es net so bleibt wie’s immer war.


Weiter ging’s nach den 5 Jahren

in den wir 10e im Stadtrat waren

mit der großen Wahl im Mai

und keiner hätt gedacht dabei

daß die Grünen bei der Wahl so viele Mandate kriegen an der Zahl

jetzt sin ma 16 - wie wunderbar

und es bleibt net immer wie’s immer war


Beim Klimaschutz geben wir nun Gas

und schauen was der Würzner vergaß

bei vielen Meetings und in der Zeitung

da klappt das gut mit ‘ der Verbreitung

Und da sin se plötzlich alle dabei

aber schon beim ersten Parkplatz gibts großes Geschrei

Werden die Parkplätze etwas teurer

da macht die CDU den Andreas Scheuer

und da wird es mir dann wieder klar,

bei dene soll’s bleibe wie’s immer war


Die SPD macht dies Johr en Haufen Witze

ob rote Sonnenblume, Klima-Paketchen, Doppelspitze,

wird Zeit dass die sich strukturieren

und dann auch endlich mal kapieren

dass ma net alle Probleme zerlegt

wenn ma ne eierlegende Wollmilchsau vorschlägt

und es auch dem Wähler net gefällt

und wenn ma bei jeder Entscheidung umfällt

Die Betreuung von de Kinder fer Umme

des koscht ne ordentliche Summe

und so frage ich mich dann

ob ma net erstmal überall en Platz anbiete kann

Wie für die Flüchtling, da muss ma schon sage

da wolle Sie “hauptsache net in Wiebliinge” vorschlage

und so wünsch ich ihne - des is klar

dass es bei ihne net so bleibt wie’s immer war


Und uns’re Jugend, jaja die Jugend,

gewinnt nun eine neue Tugend

mit zehntausend, alt und jung ist Fridays for Future voll im Schwung

und so frag ich mich ebenda:

muss es denn so bleiben wie’s immer war?

Im Neunheimer Feld da wird gestritten

und auf Prinzipien rumgeritten

wie solln wir auf den Campus fahr’n? Mit Auto, Fahrrad oder doch Seilbahn?

Klimaschutz ist das hehre Ziel und dafür ist uns nix zu viel.

und auch der Zoo, das ist doch klar,

soll bleiben wo er immer war.


Oh man was war das für’n Theater

nach der Euphorie der großer Kater?

Die Grünen als großer Schreck für die Kultur?

was machen die jetzt mit uns nur?

Ist nur Theater denn Kultur? Von Vielfalt ist da kaum ne Spur. Wo wird das alles denn gebündelt Wer hat denn da wohl nur gezündelt?

Auch da wird mir mal wieder klar,

für viele soll’s bleiben wie’s immer war.


Die PHV ist nun im Streit

der Landverbrauch geht vielen zu weit

Den Kerchemer Bauern wirds Angst und Bang

Ist Ihr Ackerland denn fürs Ankunftszentrum dran?

Doch die Kerchemer sind noch offen

weil Sie auf ne gute und faire Lösung hoffen

Die hoffen, das ist sonnenklar:

am besten bleibts wies immer war.


Spannend wird’s mit dem Bürgermeister für Klima und Verkehr

für mich ist klar, eine Expertin muss her

sie soll es machen allen recht

bin mal gespannt welch Kandidatin vorprescht

Und beim Haushalt kommt dann die Wahrheit ans Licht

wer wirklich für welche Sache ist

Denn wenn’s dann um die Kohle geht

sieht man wo wer dann steht.


Und noch 2 Theme, das ist klar

die müsse ma kläre - dieses Jahr

Und für beide da hab ich natürlich ne Lösung

und frag mich wieso do ken annerer druff kumm

Die Gäns’ auf de Wiese, die sind eine Plag

und es gibt keinen der ihnen Herr werden mag.

Deshalb hab ich mal ein paar Leute gefragt

und ihnen meine Idee dann gesagt:

wir mache dies Johr n groß Martinsfest

an dem man dann jeden satt werden lässt.

Auch in der Stadthall’,

da gibt’s Diskussione.

Es geht um Fäkalie, und ob es sich lohne,

Stühle zu kaufe für’n paar Millione

Ich denk mir ein guter Tipp wär da:

das es doch so bleibt wies immer war.


Und spätestens im zwoten Jahr im neuen Jahrzehnt

da soll kommen was schon lange ersehnt:

En OB solle die Grünen bekomme

denn schließlich hawwe sie ja die letze Wahle gewonne

Das wär dann des End vom Würzner in HD

und ma könnes net Leugne, des fände ma schä.

Und eines wäre völlig klar,

das nur dann nicht alles bleibt wie’s war.


Heidelberg - Hajo!

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